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Foto: Barbara Caveng

        

 

elles@centrepompidou - Musée National d'Art Moderne, Paris.


 

Nie mehr nackt ins Museum


Paris, Beaubourg: Der langen Reihe marktgängiger Ausstellungen fügt sich nun eine hinzu, die schon mehr als eine Million Menschen betrachtet haben und die – aufgefrischt mit einigen neu gekauften Exponaten – jetzt bis Februar des kommenden Jahres verlängert wurde. Der kuratorische Ansatz von „elles@centrepompidou“ und der Name des Hauptsponsors Yves Rocher könnten einen auf den Gedanken bringen, dass dabei etwas genderpolitisch nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber: Auch die Idee von Camille Morineau, mit nicht weniger als 200 Künstlerinnen und mehr als 500 Werken aus der Sammlung des Musée National d’Art Moderne eine kritische Masse zu erzeugen, die kaumgeahnte Energien entlädt und im besten Sinn unübersehbar bleibt, lässt sich schwer von der Hand weisen.

Die plakativ präsentierte Pointe, dass Frauen bisher leider nur nackt, als Akt, ins Museum kamen, sich dies aber nun ändere, bildet eine Selbstironie ab, die schon kurz hinter dem Eingang den Verdacht zerstreuen soll, man habe es hier mit feministischer Kunst zu tun.

Trotzdem klingt der nackte weibliche Körper wie ein Generalbass durch alle Säle. Gefälliges und intentional Störendes. Als Kolleg für angehende Gynäkologen ist die Abteilung „Corps Slogan“ durchaus geeignet. Was in erster Linie die Romantik feministischer Befreiung atmet, würde ohne den Kontext dieser Ausstellung noch unbeholfener wirken.

Da zu der Ausstellung aber eine vorbildliche Website gehört, die aktiv und interaktiv das Doppelthema „Kunst und Frau“ - auch mit reizvollen Videos - umkreist, hat „elles@centrepompidou“ seine Schuldigkeit auf jeden Fall getan.

http://elles.centrepompidou.fr

© Wolfgang Kerkhoff, 2010
Foto: Barbara Caveng
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